Widerstand gegen die Anti-Merkel-Demos wächst

Trotz Regen und Nässe demonstrierten am vergangenen Montag, den 12. März, über 1400 Menschen gegen die sogenannte Merkel-muss-weg!-Demo am Bahnhof Dammtor. Bereits ab 18 Uhr fanden sich über 200 Menschen auf der Kundgebung des Hamburger Bündnis gegen Rechts am Gänsemarkt ein. Den Aufruf des Bündnis an die Zivilgesellschaft teilten in der vergangenen Woche verschiedene Organisationen und Gruppen, wie beispielsweise die Grüne Jugend Hamburg. Die Demonstrierenden zogen unter Sprechchören wie „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ erneut bis zum sogenannten Kriegsklotz in der Nähe des Dammtor Bahnhof. Bis 19 Uhr fanden sich rund um den Bahnhof über 500 Gegendemonstrant_innen zum lautstarken Gegenprotest ein. Antifaschist_innen, die im Bahnhof protestierten, wurde mit massiver Polizeigewalt begegnet. Glücklicherweise kam es dabei – soweit bekannt – nicht zu schweren physischen Verletzungen. Eine Demonstration gegen die drohende Zerstörung und Einnahme Afrins stieß gegen 19:30 Uhr zum Protest gegen die Rechten am Dammtor dazu. Unter lautstarken Rufen „Schulter an Schulter gegen Faschismus“ wuchs die Zahl der Gegendemonstrant_innen auf 1400.

Auf Seiten der Rechten fanden sich diesen Montag über 150 Personen zusammen. Dies stellt erstmals einen nennenswerten Rückgang der Teilnehmer_innen-Zahl dar, obwohl für diesen Montag auch die Hamburger AfD mobilisiert hatte. Während der Redebeiträge riefen die Teilnehmer_innen immer wieder „Lügenpresse“ und „Volksverräter“. Auch die Identitäre Bewegung war mit ihrem Transparent anwesend. Ein vermummter Redner beklagte sich, dass ihm am letzten Montag seine Deutschlandfahne angeblich von Gegendemostrat_innen geklaut sei. Eine entsprechende Anzeige fand sich im damaligen Polizeipressebericht jedoch nicht. Gemeinsam sangen die Rechten die „Die Gedanken sind frei“ und anschließend die deutsche Nationalhymne. Der Schluss der rechten Kundgebung wurde eingeleitet mit „Wir kommen wieder“-Rufen.

Zusammenfassend war der vergangenen Montag aus antifaschistischer Sicht erfreulich. Der Widerstand gegen die Anti-Merkel-Demos ist trotz Hamburger Schietwetter weiter gewachsen. Ob die Rechten weniger werden und bald keine Lust mehr haben zu hetzen, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Bis dahin gilt es weiterhin Menschen über diese Demonstrationen aufzuklären und zu mobilisieren.

Wir holen uns den Montag zurück – 19. März – 18 Uhr #nonazishh